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Küchen-News

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area30 findet im Jubiläumsjahr nur virtuell statt - KüchenMeile-Aussteller öffnen ihre Ausstellungen ganz reell

Michael Rambach erlebt zu Corona-Zeiten mit seinen Messen den Supergau

Zum Schluss ging alles doch ganz schnell. Nachdem die Ankeraussteller Naber, Systemceram, Falmec, Schock, KüchenTreff und Oranier die Messe area30 im Herbst abgesagt hatten, folgte die Meldung der veranstaltenden Trendfairs am 15. Juni: Die area30 findet in diesem Jahr nicht auf dem beliebten Festplatz in Löhne statt, sondern nur als virtuelle Messe. Damit ist die nächste Branchenmesse nach der Küchenwohntrends und Eurocucina dem Corona-Virus zum Opfer gefallen. Unabhängig davon werden aber die Hausmessezentren der Küchenmöbelindustrie und auch die architekturwerkstatt in Löhne geöffnet sein.

Nachdem wir in der letzten Ausgabe über die Schließung des House4Kitchen berichtet hatten, gerieten in der vergangenen Woche weitere Veranstaltungen unter Druck. Nachdem Blanco seine Beteiligung auf Gut Böckel abgesagt hatte, folgten Miele und der Softwareanbieter Carat. Warendorf – die Küche wird ebenfalls nicht auf dem Landgut in der Nähe von Rödinghausen, sondern in der Hausausstellung im heimischen Warendorf zu finden sein. Ebenfalls abgesagt wurde die Veranstaltung im KüchenCenterLöhne (KCL) hier wären Impuls, sachsenküchen und AEG/Electrolux zu finden gewesen. Am vergangenen Freitag sagten die Kernaussteller der area30 Naber, Systemceram, Falmec, Schock und KüchenTreff sowie Oranier ihre Teilnahme ab. Samsung hatte schon vorher signalisiert, dass man in diesem Jahr auf die area30 verzichten wolle. Diesem Erdrutsch folgte am Montag dieser Woche die Absage der kompletten area30 durch den geschäftsführenden Gesellschafter der Messegesellschaft Trendfairs, Michael Rambach. Rambach und sein Team hatten sich die Entscheidung zur Absage der realen Messe area30 natürlich nicht leicht gemacht, aber mittlerweile hatten auch Einkaufsverbände ihre Zweifel an dem Sinn einer Herbstmesse deutlich gemacht. So hatte sich auch die MHK Group entschlossen, ihren immer bestens besuchten Branchenabend während der Hausmessen abzusagen und das Messezentrum geschlossen zu halten. Begros-Geschäftsführer Patrick Neuss informierte ebenfalls, dass die Mitgliedsunternehmen nicht nach Ostwestfalen zu den Hausmessen reisen wollten.

Natürlich bedeutet die Absage der area30 nur den Verzicht auf die reale Messe, die area30 wird nun als virtuelle Messe ins Rennen gehen. Und Rambach wäre nicht Rambach, hätte er nicht schon ein Konzept in der Hinterhand: „Nach gründlicher Analyse der komplexen Situation rund um aktuelle Kontakt- und Hygienemaßgaben und in Verantwortung gegenüber allen Beteiligten erklärt Messeveranstalter Trendfairs GmbH (München), dass die diesjährige Orderplattform area30 allein als innovative Online-Veranstaltung stattfinden wird. Dieser Entschluss erfolgt in Abstimmung mit allen interessierten sowie gebuchten Ausstellern und bedeutet den Verzicht auf physische Präsenz in Löhne 2020.“ Die Entscheidung sei maßgeblich unter dem Gesamteindruck weltweit abgesagter Branchen­events im Herbst 2020 gefallen. „Abzuwägen waren die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Aussteller und Besucher mit Blick auf ein schnelles Wiedererstarken der Küchenmöbelindustrie und ihrer Zubehör-Lieferanten, Dienstleister und Handels­partner gegenüber den für physische Messeveranstaltungen charakteristischen engen persönlichen Begegnungen in einer nach wie vor infektiösen, global nicht verlässlich beherrschten Gesundheitssituation.“ Mit dem neuen Online-Format soll nun zumindest ein visueller Ersatz erfolgen. Veranstalter und Aussteller können dank der damit niedrigeren Zugangsschwel­len zudem von einer starken Erweiterung des Besucherpotenzials ausgehen. Dazu Michael Rambach: „Der Küchenhandel braucht neue Impulse für sein Business. Alle unserer ursprünglich gebuchten Aussteller sind eingeladen, an der digitalen area30 teilzunehmen! Wir haben dazu die Teilnahme an der Onlinevariante sehr attraktiv gestaltet. Für die nächste physisch stattfindende area30 in 2021 haben uns jetzt bereits nahezu alle diesjährigen Aussteller ihre Teilnahmezusage erteilt.“

Virtuelle Messen sind in Corona-Zeiten scheinbar die Erfindung der Stunde. „Selbstverständlich werden wir alle digitalen Kanäle nutzen, um wenigstens auf Distanz verbunden zu sein und uns über die Entwicklungen zu informieren. Wir sind hoffnungsvoll, dass wir 2021 dann wieder mit vollem Einsatz und Begeisterung vor Ort sind“, erklärte Begros-Chef Patrick Neuss die Absage der Einkaufskooperation.

Dagegen hält die Mehrzahl der KüchenMeile-A30-Aussteller an ihrer Hausmesse fest: In ihrer Sitzung vom 28. Mai im Hause Pronorm legte sich die Mehrzahl der Mitglieder der Küchenmeile-Marketinggemeinschaft A30 darauf fest, ihre Hausmesse mindestens während einer Kernöffnungszeit vom 19. bis 25. September zu öffnen. „Die Mehrheit der Mitgliedsunternehmen freut sich auf die Gelegenheit, sich mit Kunden und Interessenten persönlich auszutauschen, um sie über die Neuheiten zu informieren.“ Dabei sollen individuelle Terminvereinbarungen nicht nur die Lenkung von Besucherströmen vereinfachen, sondern auch noch eine intensivere persönliche Betreuung der Handels­partner gewährleisten. Geöffnet haben nach derzeitigem Stand: Artego, Ballerina, Brigitte, Burnout kitchen, Eggersmann, Express, Häcker, KH System Möbel, Menke, Nobilia, Jaka BKL, Poggenpohl, Pronorm, Rational, Rotpunkt, RWK & Kuhlmann, Schröder und Warendorf. Ebenfalls geöffnet ist die Forum 26 designwerkstatt von Störmer Küchen in Melle; Störmer ist seit dem vergangenen Jahr nicht mehr Mitglied in der Ausstellergemeinschaft der KüchenMeile A30.




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