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Küchen-News

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„gewiss kommt jeder dran – irgendwann! Der Silberstreif am Horizont droht sich in ein diffuses Aschgrau zu verfärben, während die Menschheit nach dem Impfstoff schmachtet. Leider besonders auch in dem Land, in dieser als erste die Marktreife erlangte, etabliert sich das Unwort des Jahres und heißt ‚Lieferengpässe‘.“ Dieses Zitat stammt von Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des Mittelstandverbundes ZGV, und zeigt, wie blank die Nerven mittlerweile bei den Einzelhändlern, Dienstleistern (Friseure, Fitnessstudios) und in der Gastronomie liegen.

Die Stimmung droht langsam, aber sicher zu kippen, und Angst vor einer nicht zu beherrschenden Pleitewelle macht sich breit. Besonders betroffen sind die Modehändler von Adler, Appelrath Cüppers, Esprit, Galeria über Hallhuber, Pimkie bis hin zu Promod, die ihre Rettung im Insolvenzverfahren suchen. Dazu kommen noch viele, viele kleine Unternehmen, die um Hilfe rufen. Ausdruck der Verzweiflung ist auch die Initiative #handelstehtzusammen, der auch eine ganze Reihe von Küchen- und Möbelhändler angehören. Die Forderung an die Politik lautet: „Entweder wirksame und schnelle Entschädigung für den Einzelhandel oder alternativ eine sehr schnelle Wiedereröffnung.“

Ganz ähnlich sieht es auch die deutsche Möbel- und Küchenmöbelindustrie, hier forderte Jan Kurth: „Wir brauchen eine Öffnungsperspektive.“, wie Sie auf Seite 4 nachlesen können. Nach den Worten von Kurth fehlt der Industrie durch den zweiten Lockdown rund 30 Prozent ihres Auftragseingangs, das ist kein Pappenstiel. Bei meinen Gesprächen mit Handel und Industrie höre ich mittlerweile immer öfter, dass dieser zweite Lockdown, dessen Ende sich nicht wirklich absehen lässt, sich ganz anders entwickelt hat als der erste Lockdown im März/April letzten Jahres. Die Menschen sind aufgrund von Unsicherheit, Kurzarbeit und Jobangst vorsichtiger geworden. Ein Händler erklärte mir beispielsweise: „Bei uns startet dieses Jahr schon deutlich schwächer als in 2020. Man darf nicht vergessen, dass das letzte Jahr (vor Corona) stark begonnen hat. Natürlich war der Verlauf nach dem ersten Lockdown unnormal umsatzstark. Der jetzige, lange Lockdown prescht schon stärker gegen den Auftragseingang. Es gibt aktuell viele Anfragen, aber mangels Ausstellungsbesuch inklusive Auswählen von Oberflächen, Farben, Qualität etc. gestalten sich Entscheidungen/Abschlüsse eher schwierig.“

Und auch die Industrie berichtet mittlerweile – wie sollte es auch anders sein – von einem deutlich rückläufigen Auftragseingang. Da mag es natürlich wieder Firmenkonjunkturen geben, aber einige Unternehmen lutschen am sprichwörtlichen Daumen. Normalerweise ist das 1. Quartal schon ein deutlicher Treiber, was Umsatz und Auftragseingang angeht. Die Gesellschaft für Konsumforschung GfK berichtet in dieser Woche: „Harter Lockdown lässt das Konsumklima einbrechen. Die Anschaffungsneigung bricht regelrecht zusammen.“ Gut, dass Konjunktur und Einkommenserwartungen nur moderate Verluste zu verzeichnen haben, sonst würde das Land tatsächlich in Winterdepression verfallen. Gut, dass die Wochenzeitschrift „Focus“ zumindest Hoffnung macht und schreibt: „Die Corona-Krise wird irgendwann ausgestanden sein, dann wartet auf Deutschland eine goldene Dekade. Befeuert von technischem Fortschritt erleben wir eine Neuauflage der zwanziger Jahre.“ Ganz ehrlich, ich hoffe, dass die Münchner Redakteure recht behalten und bald auf Regen wieder Sonnenschein folgt und wir alle wieder auf gemeinsamen Veranstaltungen arbeiten und feiern können,

Ihre Stefanie Willach

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