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Küchen-News

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Liebe Leser:innen,

Rekordumsätze über Rekordumsätze. Während wir von der AMK erfahren, dass die deutsche Küchenmöbelindustrie Rekordumsätze einfährt, dass die Hausgeräteindustrie sich im Trend zu immer höherwertigen Geräten sonnt, dürfen wir den wichtigsten Absatzmittler nicht aus den Augen verlieren. Der Fachhandel sitzt am unteren Ende der Wertschöpfungskette und ist regelmäßig mit Preiserhöhungen konfrontiert. Dazu kommen die Lieferschwierigkeiten der Hausgeräteindustrie und eine rückläufige Konjunktur, die die Händler gerade arg belastet.

In der Vergangenheit ermittelte die GfK die Vertriebswegestatistik, aus der die Branche ersehen konnte, welche Handelszweig welchen Anteil am Küchengesamtumsatz hatte. Eine Zahl, die sich schon seit geraumer Zeit immer deutlicher Richtung Küchenfachhandel entwickelte. Was will ich damit sagen?  Im vergangen Geschäftsjahr 2021 hat der Küchenfachhandel/Küchenspezialist der Küchenindustrie sprichwörtlich „den Arsch gerettet“. Die Spezialisten konnten wie kleine wendige U-Boote – trotz eines langandauernden Lockdowns in der ersten Jahreshälfte 2021 – die Küchenkonjunktur am Laufen halten. Die Großfläche, gemeinhin der Möbelhandel, der immerhin einen Umsatzanteil von beinahe 50 Prozent beim Küchenverkauf beansprucht, hatte die Geschäfte im Lockdown geschlossen, konnte genau wie die großen Küchenfachmärkte nicht am Küchenboom partizipieren. Diese Entwicklung wird deutlich, wenn Sie sich in den AMK-Zahlen auf Seite 4 in dieser Ausgabe die Entwicklung in den ersten vier Monaten dieses Jahres anschauen. Denn auch da toppt die Industrie – diesmal dank der Vollsortimenter – wieder alle Rekorde.

Es gibt noch ein deutliches Zeichen dafür, wie stark der Küchenspezialist in der Corona-Krise, in der Zeit des Lockdowns war. Die gestiegenen Durchschnittspreise pro verkaufter Küche und pro verkauftem Gerät zeigen, dass die Küchenspezialisten das Geschäft gemacht haben. Hätte die Großfläche im 1. Halbjahr 2021 offen gehabt, wäre die Steigerung beim Durchschnittspreis niedriger ausgefallen.

Trotz dieses überzeugenden Zahlenwerks läuft momentan in der Branche etwas falsch. In den vergangenen Wochen erreichen unsere Redaktion zahlreiche Anrufe von Küchenhäusern, die schlichtweg die Lust am Geschäft verloren haben. Die Händler müssen beim Kunden den Kopf für die Hausgeräteindustrie und deren Lieferschwierigkeiten hinhalten. Nicht nur, dass die Reputation des Fachhandels leidet, auch die Ertragslage des Handels ist durch häufige Anfahrten beim Kunden, durch die Preiserhöhungen, die zum Teil nicht weitergegeben werden können, und durch nur teilweise bezahlte Kommissionen stark beeinträchtigt. Die Hausgeräteindustrie erwartet indes pünktliche Zahlung vom Handel, was über die ZR der Verbände ja auch geschieht. Viele Händler haben eigens Läger angelegt und mit Geräten vollgestellt und sehen nun ihre Liquidität gefährdet. Ein Spagat, der für viele Küchenhändler nicht machbar ist und der durch die abkühlende Konjunktur noch breiter wird. Nur durch die öffentliche Diskussion und gemeinsame Lösungen von Industrie, Handel und Verbundgruppe kann dem Spezialisten geholfen werden. Vorschläge wie eine Verlängerung der Zahlungsziele für den Handel müssen zumindest diskutiert werden,

meint Ihre Stefanie Willach

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