Vollblutunternehmer und Garant-Inhaber Hans-Dieter Lauten ist verstorben.

Branchenvisionär Hans-Dieter Lauten ist verstorben

Der Name hallt nach, selbst bei denen, die ihn nach dem Ausscheiden nach der Jahrtausendwende nicht mehr kennenlernen konnten. Denn mit „HDL“, wie ihn viele kurz nannten, verbinden sich wichtige Entscheidungen und Entwicklungen, die rund drei Jahrzehnte in der Möbel- und Küchenbranche geprägt haben.

Schon nach dem betriebswirtschaftlichen Studium trat Hans-Dieter Lauten in die 1956 vom Vater Josef Lauten gegründeten Verbundgruppe ein. 1975 setzte er mit der Gründung der verbandseigenen Zentralregulierungsgesellschaft neue Maßstäbe in der Branche. Eine weitere wegweisende Entscheidung war die „Modulstrategie“ Mitte der 1980er Jahre. Denn mit Blick auf die absehbaren Strukturveränderungen im Markt ermöglichte diese den Anschlusshäusern im Fachhandel eine Spezialisierung ihres Angebotes über zielgruppenspezifische Marketingkonzepte – und trieb das Wachstum der Garant Gruppe in der Folge maßgeblich voran. Über rund ein Jahrzehnt entstanden so erfolgreiche Betriebstypen-Module und Kollektionen für alle Mittelstands-Segmente der Einrichtungsbranche: für konventionelle wie designorientierte Einrichtungshäuser (Gutes Wohnen und Wohndesign), Küchenspezialisten (Küchen Areal) sowie den spezialisierten Bettenfachhandel (Morgana/Gutes Schlafen). Ende der 1990er Jahre wurde das im Handel etablierte Verbundgruppengeschäft schließlich auch auf das SHK-Handwerk erweitert (Bad + Haus).

Hans-Dieter Lauten gewann aber auch durch seine herzliche und fürsorgliche Art, seinen Humor und seine Bodenständigkeit große Sympathien. Weggefährten loben ihn als „Mann von Welt“ im besten Sinne: weltoffen, neugierig, mit Interesse an anderen Ländern, Menschen und deren Sichtweisen. Eng mit der ostwestfälischen Herkunft verwurzelt, verstand er dennoch kulturelle Unterschiede nicht als Trennendes, sondern als Bereicherung und Chance, voneinander zu lernen. Mit dieser Einstellung trieb er nicht zuletzt ab Ende der 1980er Jahre die Internationalisierung der Gruppe voran und engagierte sich in der europäischen Zusammenarbeit der Verbundgruppen, u.a. durch strategische Allianzen, woraus sich eine der führenden Mittelstands-Verbundgruppen in Europa entwickelte.

Nach dem Ausscheiden aus dem operativen Geschäft Anfang der 2000er Jahre zog Lauten sich in seiner Rolle im Aufsichtsrat auf eine strategisch beratende und impulsgebende Funktion zurück – ohne den Blick auf neue Marktentwicklungen zu verlieren.

Mit dem ihm typischen Weitblick hat Hans-Dieter Lauten ebenso frühzeitig dafür Sorge getragen, dass auch nach seiner Zeit die Zukunft der Garant Gruppe als starke, unabhängige und eigenständige Unternehmensgruppe dauerhaft gewährleistet ist – er verfügte, dass diese mit seinem Tod in eine Stiftung überführt wird. Aufsichtsrat, Management und das gesamte Garant-Team werden somit das Unternehmen in seinem Sinne weiterführen.

Das küchennews-Team schließt sich der tiefen Anteilnahme von Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Mitarbeitenden für die Trauer am Verlust von Hans-Dieter Lauten an.