Küchenmanufaktur ist pleite
Am Montag sickerte dann bereits durch, dass es nicht zu der Vertragsunterzeichnung gekommen sei, die Hartmann gegenüber KüchenNews für Ende Januar angekündigt hatte. Dabei ging es Hartmann vor allem darum, eine Insolvenz des Unternehmens abzuwenden. „Bax Küchen darf nicht auf der Zielgerade scheitern", erklärte Hartmann Anfang Januar gegenüber der KüchenNews-Redaktion.
Wie es jetzt in Detmold weiter geht, entscheidet einzig und allein der Insolvenzverwalter. Der am Nachmittag schon in Detmold vor Ort war, um sich ein erstes Bild zu machen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Martin Schmidt von der deutschlandweit aktiven Kanzlei Schultze & Braun Rechtsanwaltsgesellschaft für Insolvenzverwaltung mbH in Detmold bestimmt (Tel: 05231/308099-0).
Gerd Bleidorn, der sich bei Rational Einbauküchen in Melle einen hervorragenden Ruf als Techniker erarbeitet hat, hatte Bax Küchen 2002 von Fritz Bax übernommen. Der Techniker schaffte es nicht, das Unternehmen vertrieblich auf dem damaligen Umsatzniveau von 12 Mio. Euro zu halten. Der Umsatz rutschte zuletzt auf 7 Mio. Euro ab. Die berühmten „karierten Maiglöckchen wurden dem Unternehmen zum Verhängnis. Die 72 Mitarbeiter in dem Familienunternehmen sind ihrem Chef Bleidorn sehr verbunden. „Es ist schade, dass in den letzten Wochen und Monaten so viel Schmutz über unserem Unternehmen ausgebreitet wurde, Herr Bleidorn hat das nicht verdient", diktierte uns ein Außendienst-Mitarbeiter heute Abend in die Feder. Gleichzeitig gestand er allerdings ein, dass „man täglich mit der Insolvenz gerechnet habe."
Ob der potenzielle Investor Klaus Hartmann noch Interesse hat, bei Bax einzusteigen war am Abend nicht zu klären. Hartmann versteht sich selbst als Küchenprofi, war er doch in der Vergangenheit für Bulthaup und SieMatic im Ausland tätig. Zuletzt baute er für die chinesische Oulin-Gruppe ein Küchenwerk in China auf. Für Hartmann stand allerdings schon im Vorfeld der Übernahme fest, dass die Zahl der Mitarbeiter bei Bax Küchen um rund ein Drittel reduziert werden müsse. Er wollte den Fokus vor allem auf das Exportgeschäft legen, wo er wohl über beste Kontakte verfügt. Was nun daraus wird, bleibt offen.