Nachdenkliche Frau mittleren Alters mit Kurzhaarfrisur und Brille, die in Innenräumen sitzt und einen gemusterten Schal über einer dunklen Bluse trägt.

Liebe Leser

Aber auf allen Veranstaltungen wurde heiß über Branchenthemen wie die Insolvenz der la Cour-Küchengruppe, die Pleite von Nieburg Küchen und die aktuelle Situation bei Alno diskutiert. In einem sind sich die Branchenvertreter einig: Die Mitarbeiter können nichts für das Desaster, können es aber auch nicht ändern. So ist die aktuelle Berichterstattung rund um die Alno-Gruppe sehr einseitig. Da wird das Ergebnis der gewerkschaftlich gebundenen Mitarbeiter bejubelt, nach dem nunmehr nicht mehr 350 Arbeitsplätze, sondern nur 170 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Natürlich ist das für die Betroffenen eine gute Botschaft, aber dieses neuerliche Opfer der Belegschaft wird die Probleme von Alno eben nicht lösen. Der neue Investor und sein hoch gelobter Finanzchef für Alno, Christian Brenner, drehen auch nur an den Scheiben, an denen Dr. Gebert, Kellinghusen, Deisel und auch Max Müller schon so lange vergeblich drehen.

Das Problem der Alno-Gruppe sind doch nicht die zu hohen Entgelte der Belegschaft oder die falschen Einkaufspreise in der Beschaffung, die ja in der Regel eine Folge der Größe sind. Das Problem ist, dass die Gruppe dem Markt schon seit Jahren Produkte zur Verfügung stellt, die nicht kostendeckend und schon gar nicht gewinnbringend produziert werden.

Das bedeutet, dass im Endeffekt auch die neuerlichen Opfer der Belegschaft und der Lieferanten – der Lieferantentag muss das pure Grauen gewesen sein – nichts anders sind als eine fortgesetzte Alimentierung einer verfehlten Preispolitik.

Diese Preispolitik wiederum nutzt ja in erster Linie den jeweiligen Partnern, also den Händlern. Es findet also eine zwangsweise Umverteilung von Geld statt, zu Lasten der Belegschaft und zu Gunsten der Alno-Kunden. Und genau diese Umverteilung, wird nun von der Gewerkschaft als großer Erfolg bejubelt. Der Handel wird die ihm gewährten Vorteile weiter einstreichen und mitnichten freiwillig Preise erhöhen, ganz ehrlich: warum auch? Im Endeffekt hat also die Gewerkschaft einen Beitrag geleistet, um einen Marktteilnehmer weiter am Tropf zu halten, der mit fehlerhaften Preisen eine gerechte Preisfestlegung konterkariert.

Das ist weder ein Glanzstück der Gewerkschaft, denn der Nutzen liegt im Handel, nicht bei den Alno-Mitarbeitern, noch nachhaltig noch volkswirtschaftlich sinnvoll. Denn Alno bleibt in der selbstgewählten Sackgasse stecken. Denkt Ihre,

Stefanie Willach

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