Liebe Leser
Niemand zweifelt wohl ernsthaft daran, dass Max Müller seine finanziellen Schäfchen im Trockenen hat, doch Müller wollte mit Alno viel mehr erreichen. Müller wollte seine Reputation als erfolgreicher Geschäftsmann wiedererlangen, wollte sein Arbeitsleben mit einer Erfolgsstory krönen. Dafür hat er seit 2011 mit seiner Kollegin im Finanzvorstand Ipek Demirtas gekämpft. Beide, Müller und Demirtas, haben Alno gelebt, galten nach dem aalglatten Vorstandschef Kellinghusen und dem überaus unbeliebten und rüden Vorstandschef Jörg Deisel quasi als Heilsbringer für die Marke Alno. Nach Jahren mit angestellten Vorständen menschelte es wieder auf den Fluren in Pfullendorf, Enger und Coswig. Damit ist es spätestens seit dem 1. Juni vorbei. Der bisherige Finanzchef von Alno, Christian Brenner, übernimmt das Amt von Demirtas und Müller quasi in Personalunion.
Brenner legt witzigerweise die gleiche Allüre an den Tag wie seinerzeit Max Müller: keine Fotos, keine Publicity. Das Bild in dieser Ausgabe stammt von dem ersten Interview mit Max Müller in unserer Schwesterzeitschrift Küchenhandel. Damals durften wir nicht fotografieren, sondern ließen Szenen des Interviews malen. Vorlage war, Sie erraten es ohne Zweifel, ein Bild von Heinz Ehrhardt.
Ob wir Herrn Brenner jemals so nahe kommen wie Max Müller, wage ich ganz ehrlich zu bezweifeln, die Tahoe-Leute suchen keinen Kontakt zur Branche, alles Öffentliche wird über den Vertriebsvorstand Andreas Sandmann abgewickelt. Für Tahoe ist Alno scheinbar nicht viel mehr als eine Nummer im Konzert ihrer Anlagestrategien. Doch ohne Herzblut wird es in der Küchenbranche nicht klappen.
Denn eins hat auch der ehemalige „Küchenlehrling“ – so nannte sich Max Müller auf einer MHK-Veranstaltung in Pfullendorf – nicht gelernt. Und da wiederhole ich mich: Das Problem von Alno sind nicht die zu hohen Entgelte der Belegschaft oder die falschen Einkaufspreise in der Beschaffung. Das Problem ist, dass die Gruppe dem Markt schon seit Jahren Küchen zur Verfügung stellt, die nicht kostendeckend und schon gar nicht gewinnbringend produziert werden. Wenn Tahoe nicht an dieser Stelle den Hebel ansetzt, dürfte die Zukunft von Alno bald beendet sein.
Meint, Ihre Stefanie Willach
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