Mittleren Alters lächelnde Frau mit Brille und kurzem braunen Haar, die mit weiß gemustertem Schal und dunkler Bluse nachdenklich zur Seite blickt.

Liebe Leser

 Während vom 21. bis 24. Juli noch um die Zukunft der Pino Küchen verhandelt wurde, zeigte sich, dass sich hinter dem Liechtensteiner Gläubiger die frühere Alno-Vorständin Ipek Demirtas verbarg. Demirtas, die immerhin 33 Prozent der First EPA hält, hatte Forderungen des Geräteherstellers Bauknecht an Pino aufgekauft und machte diese nun geltend. Gleichzeitig gab Demirtas ein erstes Kaufangebot für Pino ab. 100.000 Euro bot sie für die Perle des Alno-Konzerns, später legte sie noch einmal nach, erhöhte das Angebot auf 4 Mio. Euro. Doch da war Pino sprichwörtlich schon in den Brunnen gefallen und folgte Alno, Wellmann und Piatti in das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

„Wo Ipek ist, ist Max nicht weit“, so lautet ein geflügelter Spruch innerhalb der Alno AG, dies bestätigte ein Rechtsanwalt Dr. Streit, der die First EPA vertritt, gegenüber unseren Kollegen von inside-wohnen. Hinter der Gesellschaft stünden Max Müller, Ipek Demirtas und Alno-Alt-Investor Christoph Dietsche. Dies dementierte er allerdings nach unserem Telefonat mit Max Müller  und der kuechennews-Veröffentlichung: „Ich muss kotzen, wenn ich das höre“. Er stellte klar, dass die drei genannten Personen nur beratend für die First EPA tätig wären. Wer das glaubt, wird selig.

Mir drängt sich momentan der Verdacht auf, dass um Alno und seine Töchter regelrecht gezockt wird. Nicht der Handel, die Kunden oder vor allem die Mitarbeiter stehen im Vordergrund, vielmehr zockt der Hastor-Clan gegen den Clan von Max Müller. Es geht dabei ausschließlich noch um die Frage, wer am meisten von dem Geld retten kann, das er in das Unternehmen reingesteckt hat. Aus meiner Sicht hat Prevent die Insolvenz in Eigenverwaltung nur beantragt, um zu retten, was noch zu retten ist. Hastor hat seine Assets in Sicherheit gebracht, wenn auch die investierten 78 Mio. Euro mehr oder minder nicht mehr zu retten sind. Gleiches gilt aber auch für Max Müller und Ipek Demirtas, vor allem Müller hat zwar kräftig kassiert, hat aber dennoch mehr in das Unternehmen reingesteckt als rausgeholt. Das letzte Investment in die Schulden, die Alno bei Bauknecht hatte, ist wohl gründlich in die Hose gegangen.

Doch das Drama ist nach dem bösen Erwachen der Hauptbeteiligten erst auf dem vorläufigen Höhepunkt angekommen und noch längst nicht zu Ende. Es fehlen nämlich noch der vierte und der fünfte Akt, in denen wir erfahren, wie die Alno-Geschichte enden wird und wer noch mitzockt. Warum sollte es in dem Vertrauensapell von Aufsichtsrat und Vorstand sonst heißen: „Die jüngsten Erkenntnisse, dass anscheinend ehemalige Vorstandsmitglieder, frühere und jetzige Aktionäre sowie langjährige Geschäftspartner zukunftsweisende Sanierungsmaßnahmen unterlaufen, (…) lassen den Aufsichtsrat an der Redlichkeit der handelnden Personen zweifeln.“ Wer mischt da noch im Hintergrund mit, das frage ich mich nicht erst seit heute.

 Ihre Stefanie Willach

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