Liebe Leser
In diesem Jahr reisen allerdings angeblich besonders viele Verbandsmanager mit dem sprichwörtlichen Geldkoffer – von Summen bis zu 40.000 Euro pro Händler ist da die Rede – durchs Land und versuchen beispielsweise Händler des Küchen Partner-Verbandes zu ködern. Die Küchen Partner haben auf einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung, wir berichteten aus-führlich, darüber abgestimmt, dass sie künftig unter dem Dach der MHK Group firmieren möchten. Klar ist, dass MHK nicht alle 350 Küchen Partner-Händler in seine Reihen aufnehmen kann und auch nicht alle Küchen Partner-Händler zu MHK wechseln wollen. Stehen auf der einen Seite Delkredere und Zentralregulierung als Pflichtvereinbarung dagegen, mag der eine oder andere Händler auf der anderen Seite seine Heimat woanders als bei MHK sehen. Sollte man davon ausgehen, dass die schwachen Händler für die Geldkoffer-Träger uninteressant sind, so hören wir jetzt genau das Gegenteil. Da mir allerdings noch niemand, egal ob Händler oder auch Erzähler dieser Begebenheit, eine solchen Koffer zeigen konnte, tue ich mich naturgemäß schwer, die Story zu glauben, auch wenn ich sie in diesem Herbst so oft wie nie zuvor gehört habe.
Unabhängig davon ist immer wieder von diesen unseriösen Machenschaften der Verbände zu hören. Wie Sie sich denken können, schimpft hier der eine oder andere gerne auf den anderen oder einen. Doch bei aller Vorsicht, die man bei solchen Gerüchten walten lassen muss, drängen sich mir zwei Fragen auf.
Aus welcher Verbands-Kasse werden diese Deals bezahlt? Den Älteren von Ihnen fallen an dieser Stelle – genau wie mir – wohl die „herrenlosen Bonigelder“ des VKG ein. Die Konsequenzen mit dem Totalausfall des Verbandes sind bekannt. Aber ganz ehrlich, ich kann zwar verstehen, dass so mancher Händler Zuwendungen dieser Art erliegt, und auch nicht fragen möchte, woher das Geld nun kommt, das seinen Wohlstand mehrt oder seine Schulden mindert. Nachdenkenswert ist so ein Geldfluss aber allemal. Denn ich frage mich, ob der heute noch beglückte Händler seinen Obolus für einen erneuten „Händlereinkauf“ im nächsten Jahr nicht auch mit seiner erwirtschafteten Kohle mitträgt. Für mich ein Nullsummenspiel.
Vielleicht sind die Geschichten ja genauso realistisch, wie diejenige, die ich heute im Internet las. Da schaltet ein Hund den Herd an, die Küche brennt ab und der Inhaber weiß nur anzumerken, „dass er den Hund in der Vergangenheit schon öfter am Herdschalter ertappt hat.“
Bekloppte Welt.
Ihre Stefanie Willach
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