Mittelalte Frau mit kurz geschnittenen braunen Haaren, heller Brille und gemustertem Schal sitzt nachdenklich in einem Innenraum.

Liebe Leser

Doch auch Häcker zeigt sich in diesen guten Küchenzeiten aufgeräumt und veröffentlicht ein paar Zahlen, nicht so offenherzig und exakt – oder vielleicht auch selbstverliebt – wie Nobilia, aber immerhin ein Zahlenwerk, das sich ebenfalls sehen lassen kann.

Beide Unternehmen sind jedenfalls ein gutes Beispiel dafür, dass der Küchen­markt weltweit durchaus Wachstums­chancen bietet und in Deutschland der Markt so gut wie verteilt ist; hier klappt – ich habe es schon oft betont – Wachstum nur über Verdrängung. Während sich Leicht Küchen als bestverkaufte Premiummarke feiern lassen kann, bekommt Poggenpohl wegen schlechter Verkaufszahlen und falscher Buchführung in den USA wieder einmal böse Schelte von der Mama Nobia. Poggenpohl ist halt nicht das Lieblings­kind der Schweden.

Sorgenkinder bleiben momentan unverändert Alno, Nolte Küchen und Rational. Alle drei Unternehmen stehen nicht auf der Position, auf der sie in der aktuellen Marktverfassung stehen könnten.

Für Wirbel sorgte wieder einmal Christoph Fughe, Marketingexperte und Inhaber von Störmer Küchen. Fughe brachte mit dem Schlagwort „Hydrophobierung“ ein Trauma zurück. Erinnern Sie sich noch an Folien­fronten, die sich ablösen, die keine Hitze und Feuchtigkeit vertragen konnten? Eine Reklamationswelle rollte über den Fachhandel und die Hersteller hinweg. Und genau das beschreibt Hydrophobierung. Ohne das Kind beim Namen zu nennen, formuliert Fughe: „Wenn sich Geschirr­spüler heutzutage selber nach dem Gebrauch öffnen und somit Dampf entweicht, dann müssen wir mit unserem Werkstoff Holz darauf reagieren. Innovationen müssen von uns Mittelständlern aufgegriffen werden“, ruft er den Dickschiffen trotzig entgegen. Was Nobilia-Geschäftsführer Dr. Oliver Streit mit den Worten „Hydro­phobierung ist alter Wein in neuen Schläuchen, es geht nur darum, seine Produktionsprozesse perfekt zu beherrschen, und dies ist bei uns der Fall“, locker abtun kann, scheint einigen Kollegen in Ostwestfalen große Sorgen zu bereiten. Fughe hat, clever wie er nun einmal ist, in ein Wespennest gestochen. Wir reisen nächste Woche zur ZOW nach Bad Salzuflen und werden uns bei den Lacklaminat- und Kantenherstellern einmal um­hören, was die zu dem Thema sagen.

Ihre Stefanie Willach

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