Ältere Frau mit kurzer dunkler Frisur lächelt in die Kamera und steht vor einer Backsteinwand, gekleidet in weiße bedruckte T‑Shirt und dunkelblaue Steppjacke.

Liebe Leser:innen,

Okay, das Deutschland-Trikot habe ich schon an, aber der Vorteil einer imm Spring Edition erschließt sich mir persönlich noch nicht. Das Ansinnen von Köln und Fachbeirat verstehe ich. Die Branche hat sich nicht zuletzt wegen der Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg für einen Messezeitpunkt im Juni entschieden, das ist sicher kein schlechter Gedanke, da in der drei Jahre währenden Pandemie meistens im Juni alle Veranstaltungen stattfinden konnten. Doch warum findet dann im Juni nicht einfach eine imm cologne plus LivingKitchen statt? „Die imm cologne will auf diesem Weg motivieren, zeigen, wie sie Neues ausprobiert und ausgetretene Pfade verlässt“, erläutert Messegeschäftsführer Oliver Freese die Idee hinter der Spring Edition.

So weit, so gut, doch der Termin vom 4. bis 7. Juni 2023 ist für die Küchenmöbelindustrie denkbar schlecht gewählt. Zum einen finden zeitgleich in Ostwestfalen die Bretterschauen für die Herbstmessen statt, weiter war dann einen knappen Monat zuvor die von der Küchenmöbelindustrie wirklich gut gebuchte Küchenwohntrends in Salzburg, die sich selbst immerhin zu den führenden B2B-Einrichtungsmessen zählt. Und schließlich ist die Branche vom 2. bis 4. Juni in Berlin vertreten, um an der Jahreshauptversammlung der MHK Group teilzunehmen, die ebenfalls mit einer umfangreichen Messe stattfindet.

2024 soll es dann – Termin und Konzept werden nach der Spring-Edition diskutiert – wieder mit der imm cologne und der LivingKitchen weitergehen. Auch keine gute Entscheidung für die LivingKitchen, denn 2024 findet auch wieder die Eurocucina in Mailand statt, die aktuell den Kopf im Küchenmesserennen weit vorn hat. Im Fachbeirat, der die Pläne der Koelnmesse letztlich durchgewunken hat, wurden die Pläne der Messegesellschaft – wie ich von einigen Branchenvertretern hörte – kontrovers diskutiert. Besonders die Hersteller aus dem konsumigen Wohnmöbel- und Polstermöbelbereich halten an dem Konzept der imm cologne als Ordermesse fest. Hersteller aus dem Hochwertbereich sehen die Veranstaltung mehr und mehr kritisch.  Aus der Küchenmöbelindustrie gab es, so hörte ich, wenig Beteiligung an der Sitzung und somit auch wenige Stellungnahmen. Desinteresse ist auch ein Statement.

Natürlich unterstützt der Verband der Deutschen Möbelindustrie die imm cologne und auch die LivingKitchen so gut wie möglich, schließlich profitiert der Verband auch monetär vom Erfolg der Möbelmesse. In guten Messejahren fließen 300.000 bis 400.000 Euro Marketingunterstützung für die Lobbyarbeit von Köln nach Bad Honnef. Doch auch der VDM scheint keine schlagkräftige Idee zu haben, wie man die imm cologne nebst LivingKitchen am Standort stärken kann. Der Einfluss auf die Mitglieder ist auch begrenzt, so bleibt letztlich nur der Appell an den nationalen Branchenstolz.

Ob das reicht, wage ich zu bezweifeln,

Stefanie Willach

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