Liebe Leser:innen,
Mit jedem Tag, den wir weiter in den Herbst rücken, wird die Sorge der Deutschen größer. Vor allem die Sorge vor steigenden Energie- und somit vor allem steigenden Nebenkosten macht Otto und Ottilie Normalverbraucher zu schaffen. Während die oberen Einkommensschichten entspannt nach vorn schauen können, brausen Diskussionen auf, wer noch zur Mittelschicht gehört und wer schon an der Armutsgrenze lebt. Eine Diskussion, die so unnötig ist wie ein Kropf und tatsächlich nur schlechte Gedanken auf den Plan ruft.
Deshalb kann ich die gute Stimmung in Ostwestfalen auch nachvollziehen. Die Branche feierte ihre erste Messe ohne Corona-Einschränkungen und das hat allen gut getan. Auf dem MHK-Branchenabend im voll besetzten Marta in Herford sprach der frühere Wirtschaftsweise Prof. Bofinger mit klaren und zuversichtlichen Worten das aus, was sich wohl alle wünschten: „Wir haben bislang alle Krisen gemeistert.“ Und MHK-Vorstandschef Werner Heilos beschrieb, wie der verstorbene Hans Strothoff mit Krisen umgegangen sei. Es gelte, sich nicht zum Handeln drängen zu lassen, sondern selbst die Zukunft anzupacken. Nicht wie das Kaninchen auf die Schlange schauen, sondern mutig Prioritäten zu setzen und neue Konzepte auszuprobieren. Das fand in der gesamten Branche großen Beifall.
Beifall allerdings wohl auch deshalb, weil jeder Unternehmer, jedes Unternehmen gerade dabei ist, seine eigene Rolle, seine eigenen Ziele in der Krise auszuloten. Ganz hoch im Kurs standen deshalb in diesem Jahr nicht die Neuheiten, sondern vor allem die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Schonung natürlicher Ressourcen. Mir scheint, die Zeit des Höher, Schneller und Weiter ist vorbei, wir besinnen uns gerade wieder auf ein neues Wertesystem.
Und mir wird klar, dass sich die Küchenmöbelindustrie mit der Ausweitung ihrer Produktpalette in nahezu alle Wohnbereiche auch auf andere Geschäftsmodelle umstellt. Bestes Beispiel ist hier Nobilia: Der Hersteller hat erkannt, dass der Küchenspezialist seinen Bedarf für die Bereiche Bad und Wohnen mit eigenen, individuellen und kreativen Planungen deckt, der Verkäufer im Vollsortiments-Haus hingegen im Bereich Wohnen, Speisen und Bad auf vorkonfigurierte Einheiten zurückgreift. Hier sind die Verler dem Wettbewerb, so ist meine Einschätzung, einen Schritt voraus.
In der vorliegenden aktuellen Ausgabe von küchennews haben wir zunächst einmal den Fokus auf die Küchenmöbelindustrie gelegt, in der nächsten Ausgabe und auch im Internet auf www.kuechennews.de folgt dann die weitere Messeberichterstattung. Wir haben unglaublich viel gesehen und gehört, doch die Zeit, die über 200 ausstellenden Unternehmen in Ostwestfalen zu besuchen, ist einfach für eine Messewoche zu kurz. Nächstes Jahr werden wir dann die Anbieter in den Fokus nehmen, die in diesem Jahr zu kurz kamen. Versprochen! Und erlauben Sie mir noch eine Anmerkung in eigener Sache: Ihre Neuheiten können Sie gerne im KÜCHENhandel Hausmesse Spezial vorstellen, wenden Sie sich einfach an uns,
Ihre Stefanie Willach
Schreiben Sie mir Ihre Meinung: willach@interieur-verlag.de