Liebe Leser:innen,
Warum sich der in Bad Honnef beheimatete VDM und der in Köln situierte BVDM gerade den Aschermittwoch zur Bekanntgabe ihres Zahlenwerks ausgesucht haben, ist mir nicht bekannt. Beide Branchenverbände brauchen keinesfalls in Sack und Asche zu gehen, da ihre Mitglieder wirklich überraschend gute Zahlen produziert haben. Und Elmar Duffner, Präsident des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), und VDM-Geschäftsführer Jan Kurth sehen im laufenden Jahr nicht nur eine im Vergleich zum Herbst etwas aufgehellte Stimmung, sie rechnen auch für 2023 mit einem Umsatz stabil auf Vorjahresniveau, wenn auch die Menge aufgrund der Preissteigerungen rückläufig sein wird.
„Dass die konjunkturelle Entwicklung nach wie vor verhalten ist, zeigt die wieder zunehmende Bedeutung des Themas Kurzarbeit. In unserer Umfrage gaben 47 Prozent der befragten Unternehmen an, innerhalb des ersten Quartals 2023 Kurzarbeit zu planen. Dabei geht es aber meist um einzelne Tage, eher selten um längere Zeiträume“, führte Duffner weiter aus. Insgesamt rechnet der VDM mit einem verhaltenen 1. Halbjahr 2023 und einem stärkeren 2. Halbjahr 2023.
BVDM-Geschäftsführer Christian Haeser blickt angesichts der rückläufigen Baukonjunktur nicht so optimistisch in die Zukunft wie die Kollegen der Möbelindustrie: „Für die Möbelbranche bedeutet dies, dass ein starkes Wachstum wie im Jahr 2022 wahrscheinlich nicht erzielt werden kann, da der Bedarf an Küchen-, Polster- und Wohnmöbeln bedingungsgemäß rückläufig sein wird.“
Doch hier stellte Jan Kurth andere Berechnungen entgegen. „Die deutsche Küchenmöbelindustrie hat im Jahr 2022 2 Mio. Küchen verkauft, davon blieben 1,3 Mio. in Deutschland, die Baufertigstellungen erreichen 270.000 Gebäude, so dass wir davon ausgehen, dass über 1. Mio. Küchen in Deutschland in den Bestand gingen.“ Diese Nachfrage mache die Branche in weiten Teilen unabhängig von der Bautätigkeit.
Und noch eine Zahl, die wir Küchenschaffenden uns auf der Zunge zergehen lassen sollten: Hatte die Küchenmöbelindustrie 2012 einen Anteil von einem Viertel am Gesamtumsatz der Möbelindustrie, so lag dieser Anteil im Jahr 2022 schon bei einem Drittel. Die Branche wächst und beweist seit Jahren ihren Wachstumswillen und ihre Widerstandsfähigkeit.
In diesem Sinne lassen Sie uns optimistisch nach vorn schauen,
Ihre Stefanie Willach
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