Ältere Frau in blauer gemusterter Bluse lächelt und hält eine runde Metallplatte in den Händen in einer hellen Werkshalle

Liebe Leser:innen,

Überraschend kam die Nachricht, dass Marcus Roth Häcker Küchen verlässt, tatsächlich nicht. Roth, der als profilierter Kenner der Küchenbranche gilt und der maßgeblich am Erfolg von Häcker Küchen mitgearbeitet hat, blieb als Eigengewächs des Unternehmens – beinahe 30 Jahre hat Roth für die Rödinghausener gearbeitet - der finale Karriereschritt zum Geschäftsführer verwehrt. Für Roth ohne Zweifel ein Grund, sich den eingehenden Nachfragen aus dem Markt zu öffnen; dass seine Wahl dabei auf den Küchenring fiel, passt, wie ich finde, ins Bild. Innerhalb der Küchenmöbelindustrie wäre sein Job bei Häcker nur noch durch einen Geschäftsführerjob bei einem anderen Küchenmöbelhersteller zu toppen gewesen. Dies ist ohne Zweifel machbar gewesen, hätte aber immer ein Geschmäckle gegenüber seinem alten Arbeitgeber gehabt, zumal Marcus Roth der Familie Finkemeier auch weiterhin freundschaftlich verbunden ist. Die Geräteindustrie oder Zubehörindustrie kommt für einen Holzwurm auch eher nicht in Frage, zudem dreht sich bei den Hausgeräteherstellern im Moment das Personalkarussell in Hochgeschwindigkeit, wie Sie später in diesem Leitartikel noch lesen werden. Da macht ein Einkaufsverband durchaus Sinn. 

Für den Küchenring dürfte Marcus Roth allein schon durch seine ausgeglichene Persönlichkeit und seine Erfahrung im Umgang mit den Sorgen und Nöten des Handels ein Glücksgriff sein. Darüber hinaus hat Roth natürlich auch ein breites Wissen über Qualität und Quantität der einzelnen Einkaufskooperationen. Welcher Küchenverband arbeitet nicht mit dem Dickschiff aus Rödinghausen zusammen, das sich in der Vergangenheit und so auch unter der Leitung von Deutschland- und Österreich-Vertriebschef Marcus Roth auf den Küchenspezialisten fokussiert hat. Erst in den letzten Jahren gab es auch eine Öffnung zum großflächigen Möbelhandel. 

Nicht überraschend kamen die Personalveränderungen bei der BSH, allerdings macht es schon stutzig, dass das ehemalige Bosch-Team innerhalb des BSH-Vertriebs, das in den letzten Jahren für den Gesamtumsatz schon so manches Mal die Kohlen aus dem Feuer geholt hatte, so wenig bei der Neubesetzung berücksichtigt wurde. Bosch Geschäftsführer Andreas Diepold ist künftig für das BSH-Geschäft in Österreich verantwortlich, Antonio Terrada, verantwortlich für das Einbaugeschäft bei Bosch, verlässt den Hersteller. Siemens-Geschäftsführer Michael Mehnert scheidet ebenfalls aus. Dafür hat sich Enrico Hoffmann Manager ins Team geholt, die zumindest im deutschen Einbaugeschäft noch überhaupt keine Bodenhaftung haben, sich nun ihr Netzwerk mühsam erarbeiten müssen. Lediglich ein bekanntes Gesicht ist künftig in der Vertriebsleitung vertreten. Daniel Engelhard, bislang in gleicher Funktion bei Siemens, wird die Leitung des Bereichs Küchen- und Möbelhandel sowie Küchenmöbelhersteller übernehmen. Ich bin sehr gespannt, wie sich die „Neuen“ im deutschen Möbel- und Küchenfachhandel etablieren werden. Ein erster Hinweis werden Hausmessen im Herbst sein, dann sind mit Constructa, die Marke geht neu ins IDF34, alle Marken in Ostwestfalen vertreten. Für die Verantwortlichen eine Herausforderung, an den Standorten von Bosch in der architekturwerkstatt, Neff im House4Kitchen und von Siemens und Constructa im IDF34 präsent zu sein.

Ihre Stefanie Willach

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