Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Da wäre es für die Alno AG natürlich umso schöner, würde sie ihre Schadensersatzklage gegen Pfleiderer durchbekommen. Die Klage bezieht sich auf ein in den Jahren 2009 bis 2011 durchgeführtes Kartellverfahren, das aufdeckte, dass es in der Spanplattenindustrie Preisabsprachen gab. Alno fordert als betroffener Großkunde laut einer Schadensersatzklage vom Dezember 2015 nun 32,9 Mio. Euro von Pfleiderer wegen des durch die Preisabsprachen entstandenen Schadens. Dieses Geld brächte Alno ohne Zweifel ein Stück weit nach vorn. Aber ob es zur Zahlung kommt, ob die Forderungen wegen der Insolvenz der früheren Pfleiderer AG zum Tragen kommen, bleibt abzuwarten.
Für Unruhe auch auf dem deutschen Markt sorgte jüngst ein Interview, dass Linda Paeez, seit gut knapp einem Jahr als Verkaufsdirektorin für Miele Niederlande tätig, dem niederländischen Magazin Retail Trends gab. Sie betonte, dass der Verbraucher bei seinem Einkauf im Netz einen Kaufbutton der Marken erwarten würde. Bislang würde Miele in den Niederlanden nur Accessoires und Reinigungs- und Wartungsprodukte anbieten, in anderen Ländern experimentiere die deutsche Marke bereits mit einem breiteren Online-Angebot. Dieser Satz reichte aus, um wieder einmal für Unruhe bei den Handels-organisationen zu sorgen. Die Sorge ist nicht ganz unbegründet und wird von den Handelspartnern hier in Deutschland auch geteilt.
Die Hausgeräteindustrie, davon bin ich überzeugt, wird den Weg zum Endkunden in Zukunft noch intensiver und noch direkter suchen. Für Marken ist einfach die Verführung groß, die Großhandels- und Handelsfunktion selbst zu übernehmen. Doch auch hier wird sich die Spreu vom Weizen schnell trennen. Die Industrie, die den direkten Zugriff auf den Endkunden sucht, wird sich eine blutige Nase holen. Deshalb ist es an der Zeit, dass Handel und Industrie über neue, gemeinsame Konzepte nachdenken, die für beide Partner eine sichere und gute Marge und für den Kunden den besten Service bieten. Ist dies nicht der Fall verlieren alle Parteien, davon bin ich überzeugt,
Ihre Stefanie Willach
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