Nachdenkliche Frau mittleren Alters mit Brille und gemustertem Schal sitzt in einem Innenraum und blickt leicht zur Seite.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Die LivingKitchen2017 lag nach meiner Erinnerung gut in der Besucherwertung, einzig Häcker-Vertriebschef Markus Roth zeigte sich damals im persönlichen Gespräch nicht so zufrieden. Ansonsten sprach die Besucherzahl von fast 150.000 Besuchern, davon 104.000 Fachbesucher mit einem Auslandsanteil von 48.000 und einem Plus von 4 Prozent, eine klare Sprache. Alle waren sich einig, dass man diesen Auslandsanteil noch weiter ausbauen kann und muss. Die Chance hat die Koelnmesse natürlich noch und sie ist fleissig dabei, ihr Potential in die Waagschale zu werfen. Für mich ist die Diskussion um den Auslandsbesuch und die Auslandsaussteller jedoch nur ein Scheingefecht. Einer meiner Gesprächspartner brachte es auf den Punkt: „Was hat Köln im Januar zu bieten, das Mailand im April nicht toppen könnte.“ Auch Mailand ist genau wie Köln keine Ordermesse, dessen sind wir uns alle gewiss, geordert wird in Berlin auf der IFA und auf den Hausmessen in Ostwestfalen. Und solange die Küchenmöbelindustrie weiter in diesen Standort investiert, der mithin auch immer attraktiver für die Hausgeräteindustrie wird, ist Köln nur die dritte Wahl. Im Gespräch mit unserer Zeitschrift Küchenhandel, die am 22. Februar erscheint, betonte BSH-Markenchef Volker Klodwig, dass er sich vorstellen kann, dass Bosch und Siemens in Ostwestfalen ausstellen. Kaum zu glauben, aber nach all den Jahren Verweigerung durch die großen BSH-Marken wahr.

Meine Einschätzung ist deshalb, solange Köln an dem Januar-Termin festhält und solange die Ostwestfalen auf ihrem jährlichen Hausmesse-Rhythmus bleiben, wird es heißen: „Die deutsche Küchenbranche braucht eine deutsche Leitmesse, um ihre internationale Stärke zu beweisen.“ Um die Teilnehmer wird aber weiter gerungen. Der Messeplatz Mailand wird meiner Einschätzung nach zu einer weiteren Konzentration in der Küchenmöbelindustrie beitragen, denn die kleineren, mittelständischen Küchenmöbelhersteller bleiben außen vor. Für die Hersteller, die als KüchenMeile gemeinsam in Köln zu einem günstigen Tarif aufschlagen können, liegt Mailand in weiter Ferne. Horrende Preise für Ausstellung, Übernachtung, Sprachbarrieren etc. tun hier ihr Übriges.

Ich hoffe, Köln lässt sich von den Absagen nicht verunsichern und hält an seinen Zielen fest und vielleicht geht mein Traum von einer LivingKitchen im September im Zwei-Jahres-Rhythmus zu den Hausmessen in OWL noch in Erfüllung.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, Ihre Stefanie Willach

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