Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Unsere Kollegin Charlotte Trepel besuchte am Montag Leicht Küchen und erfuhr, dass dort die Bude rappelvoll ist, Lieferzeiten bis in den Oktober hinein angesagt sind. Gleichzeitig rechnet Vorstandschef Stefan Waldenmaier mit einem zweistelligen Umsatzplus für das laufende Geschäftsjahr. Damit dürfte Leicht Küchen über die Alno-Pleite hinaus, der Schwäche bei Rational und was es sonst noch für Gründe geben mag, eine Sonderkonjunktur haben. Aber auch bei den Dickschiffen wie Nobilia, Nolte Küchen, Häcker Küchen und vor allem auch Schüller sieht es momentan nicht rosig aus. Auch hier sind die Lieferzeiten aus dem Ruder gelaufen, werden jetzt sogar durch die Betriebsferien noch künstlich verlängert. Der rückläufige Auftragseingang macht sich seltsamerweise zumindest bei den Unternehmen nicht bemerkbar.
Für den Handel, die Hausgeräte-, Spülen- und Zubehörindustrie ist diese Entwicklung kein Spaß. Denn mit langen Lieferzeiten fehlt natürlich auch Bares in der Kasse. Denn rechnete man in der Vergangenheit mit 6 bis 8 Wochen, so sind jetzt 12 Wochen bei den meisten Herstellern das Minimum. Richtig Ärger haben sich auch die Händler ins Haus geholt, die Aufträge für den Herbst in der Schublade liegen hatten und aufgrund der horrenden Lieferzeiten zu spät eingelöst haben. Denn in der momentanen Gemengelage geht in der Industrie nichts mehr. Einzig die Neue Alno AG, deren Vorstand und Investor sich kürzlich in Pfullendorf mit dem Senior Arthur Notdurft (Nachtigall, ick hör dir trapsen) abbilden ließ, kann in drei Wochen liefern.
Neben den dicken Problemen, die die Lieferzeiten und der Nachfragerückgang mit sich bringen, drücken im Moment Nachfolgeprobleme auf die Stimmung im Handel. So auch bei Franz Bahlmann, der seine Vorzeigehäuser von Gerhard Stürmeyer an Mandemakers verlor. Und nicht nur das, Bahlmann, der die Marke KüchenTreff hochgebracht hat, muss jetzt auch noch mit ansehen, dass die Häuser vor seiner Haustür im Bremerland weiterhin KüchenTreff heißen werden. Daran wird nicht zu rütteln sein, denn schon einmal ging ein Prozess gegen Häuser des Kreis-Ablegers Activent Marketing wegen der Nutzung des Namens „Küchentreff“ verloren. Wie schrieb jemand heute auf Facebook: „Steht Küchentreff dran, ist aber nicht mehr drin …“.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen,
Ihre Stefanie Willach
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