Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Kurz vor Redaktionsschluss greife ich in den letzten Wochen reflexartig immer noch einmal zum Telefonhörer, um mich beim Sprecher des Alno-Insolvenzverwalters nach dem Stand der Dinge zu erkundigen. Schließlich läuft das Insolvenzgeld der Alno-Mitarbeiter Ende September aus und die Produktion ruht immer noch. Der Insolvenzverwalter arbeitet derzeit fieberhaft an einer Brückenfinanzierung und hat den Investorenprozess deutlich beschleunigt. Bei der Brückenfinanzierung gebe es sehr konstruktive und hoffnungsvolle Gespräche. Und Investoren für Alno als Ganzes oder die Töchter gibt es auch. Allerdings bleiben sowohl die möglichen Finanzierungspartner als auch Investoren bis zur Vertragsunterzeichnung geheim. Wir müssen uns also mit den Alno-Mitarbeitern noch gedulden.
Derweil macht sich der Markt so seine Gedanken, was mit den 100.000 bis 200.000 „vergifteten Küchen“ aus der Alno-Produktion geschehen könnte. Vergiftet deshalb, weil die Preise für diese Küchen im Keller sind und die Produktionskapazitäten fehlen. Es wurde viel spekuliert und überlegt, wer in die Bresche springt, doch das ganze Paket will wohl niemand.
Hans Strothoff äußerte sich auf dem MHK-Branchenabend, an dem auch Ipek Demirtas und Max Müller anwesend waren: „Insolvenzen kosten uns Nerven, Aufträge und Vertrauen, das tut richtig weh und schmerzt. Für mich ist die Entwicklung unverständlich. Es lädiert unser Ansehen. Ich werde mich an diesem Abend mit dem Thema nicht weiter belasten.“ Schade, denn die zahlreich vertretenen Gäste aus der Industrie hatten sich eine Einschätzung des MHK-Chefs und BVDM-Präsidenten gewünscht, wie wir am Rande der Veranstaltung erfuhren. Strothoff meldete für seine Anschlusshäuser bis September einen Umsatzzuwachs von 10 Prozent.
Die Hausmessen waren ansonsten „allererste Sahne“: viele spannende Neuheiten, Alleinstellungsmerkmale auf der einen Seite und eine Branche, die trotz schwachem Inlandmarkt bis Ende Juli minus 4,1 Prozent gegenüber Vorjahr aufgrund der Alternativsuche für Küchen der Alno-Gruppe profitiert. Den Handel und hier vor allem die Großfläche trifft die Entwicklung mit aller Härte, des einen Freud, des anderen Leid,
meint Ihre Stefanie Willach
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