Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Schön zu sehen, dass hier die deutsche Küchenmöbelindustrie ganz weit vorn ist, wenn es um wirkliche Innovation geht. Unterstützt von der Beschlägeindustrie und Hausgeräteindustrie macht das Thema Smart Kitchen wirklich Sinn und wird nicht nur um seiner selbst willen gespielt. Wir können wirklich jetzt schon gespannt auf die Interzum, die im Mai in Köln stattfindet blicken, was die Zulieferindustrie in diese Richtung entwickeln wird.
Ganz vorn dabei ist die deutsche Küchenmöbelindustrie auch, wenn es um den Aufbau von Kapazitäten geht. Man kann mit einem ruhigen Gewissen formulieren, dass die Branche das Motto „Höher, schneller, weiter“ für sich beansprucht. Über die Expansionsvorhaben der drei Dickschiffe Häcker, Nobilia und Schüller Küchen haben wir ausführlich und immer wieder berichtet. Doch bevor überhaupt die ersten Steine in Ostercappelen-Venne, in Saarlouis und Herrieden gesetzt sind, zeigt der Markt in eine ganz andere Richtung. Die GfK-Zahlen, die die AMK zur LivingKitchen präsentierte, zeigen ganz deutlich, dass die langjährige Wachstumsphase in Deutschland zu pausieren scheint.
Wie gravierend die Pause tatsächlich ist, wird an Überlegungen einzelner Hersteller deutlich, Kurzarbeit zu beantragen. So bestätigte uns Häcker, dass ein Antrag auf Kurzarbeit in Vorbereitung sei, da das Jahr 2019 doch „etwas schwächer“ begonnen habe als 2018. Um das Personal zu sichern, dass man im Jahr 2018 neu verpflichtet habe, sei angedacht, im Februar 1 Stunde pro Werktag kurzzuarbeiten, dies gelte freilich nicht für alle Werke, bestätigte uns ein Unternehmenssprecher. Auch Bauformat habe einen Antrag auf Kurzarbeit gestellt, ob diese bewilligt werde, steht – so der Gewerkschaftssekretär der IG Metall Frank Branka – noch nicht fest. Die Genehmigung der Kurzarbeit hängt jeweils vom Abbau der Arbeitszeitkonten ab. Ebenfalls Kurzarbeit gebe es derzeit bei SieMatic und Poggenpohl, wusste der IG-Metall-Vertreter zu berichten. Nun bleibt abzuwarten, ob vor diesem Hintergrund die positive Stimmung der LivingKitchen anhält, denn alle genannten Unternehmen waren in diesem Jahr nicht als Aussteller in den Kölner Messehallen vertreten.
Jetzt bleibt tatsächlich die Frage, wie das Jahr 2019 aus den Startlöchern kommt, die Stimmung bei Industrie und Handel bleibt angespannt, die Angst vor einem Preisfall durch die entstehenden Überkapazitäten ist bei allen Beteiligten übermächtig, noch ist noch Zeit, Baupläne zurückzustellen, Arbeitsplätze in Industrie und Handel zu sichern,
meint Ihre Stefanie Willach
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