Nachdenkliche Frau mittleren Alters mit kurzer brauner Frisur, Brille und gemustertem Schal sitzt in einem Innenraum und blickt leicht lächelnd zur Seite.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Und trotzdem hat sich Ulrich W. Siekmann – wie der Beitrag zeigt – eine gute Verhandlungsbasis geschaffen. Im Gespräch mit mir erklärte er schon auf der Hausmesse, dass er nach einem Partner für SieMatic suche, mit dem sich Wachstum generieren lasse. „Ich mach mir natürlich Gedanken, wie wir schneller wachsen können“, beschrieb er seine Ausgangslage. Heute hat er mit Nison einen Partner gefunden, mit dem er SieMatic auch mit dem nötigen Kleingeld weiterentwickeln kann. Die Marke bleibt deutsch, produziert in Deutschland und Siekmann hat als Geschäftsführender Gesellschafter, so wie es scheint, eine Sperrminorität, um ein entscheidendes Wörtchen mitzureden. Soweit ich weiß, hat Siekmann in China zusammen mit Price Waterhaus nach einem Partner gesucht. Angebissen hatten einige Unternehmen, so auch die Boloni-Gruppe, wie ich aus deutschen Boloni-Kreisen erfuhr, aber Siekmann hatte das Heft der Entscheidung für das Familienunternehmen, das er in dritter Generation führt, fest in der Hand.

Fest steht ebenso, dass die deutschen Küchenmöbelhersteller auf dem deutschen Markt nur noch über Zukäufe oder Verdrängung wachsen können. Deshalb wird auch Nobilia unverändert an seinen Neubauplänen festhalten. Die großen Unternehmen der Küchenmöbelindustrie werden sich in Zukunft, und da gehen Nobilia, Häcker, Schüller, Nolte und Bauformat voraus, so aufstellen, dass sie den kompletten Markt, mit Ausnahme des Luxussegments, das ohnehin nur bei einem minimalen Marktanteil liegt, bedienen können. So wird Nobilia mit Pino den Preiseinstieg, mit Nobilia die dicke Mitte und mit dem Produkt aus dem neuen Werk die Topklasse bedienen. Durch diese Strategien wird aber auch deutlich, dass die Luft für die Unternehmen und Marken im gehobenen Preissegment und auch im Topsegment immer dünner wird. Anders als bei der insolventen, börsennotierten Alno AG werden wir als Außenstehende nicht bemerken, wenn es bei einer Marke der jeweiligen Unternehmensgruppe einmal nicht so rund läuft. Schwankungen bleiben immer das Geheimnis der jeweiligen Unternehmensführung und ich denke, das ist auch gut so.

Derweil fragt sich die Branche natürlich, was mit Wellmann und Alno geschieht. Für mich ist bei Alno eine kleine Lösung mit Investoren rund um Max Müller und Ipek Demirtas vorstellbar. Bei Wellmann könnte die Steinhoff-Gruppe noch im Spiel sein. Aber wie gesagt, alles Spekulation. Ich wünsche den Mitarbeitern von Alno und Wellmann unverändert eine gute und sichere Zukunft,

Ihre Stefanie Willach

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