Mittleren Alters lächelnde Frau mit Kurzhaarfrisur und Brille sitzt nachdenklich in einem Innenraum und trägt ein dunkles Oberteil mit gemustertem Schal.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Wie wir aus zuverlässiger Quelle hörten, soll in der nächsten Woche eine hochrangige Delegation aus China nach Pfullendorf reisen, um sich einen Einblick im Pfullendorfer Werk zu verschaffen. Tatsächlich sind die Verhandlungen mit einem finanzkräftigen chinesischen Investor schon sehr weit vorangekommen. Der Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigte gegenüber unserer Zeitung lediglich, dass die Due Dilligence unter Hochdruck ablaufe, gab allerdings keine Details zum möglichen Investor preis.

Dabei finde ich besonders interessant, wie schnell sich China nun auch in das Blickfeld der deutschen Küchenbranche drängt. In der letzten Ausgabe berichteten wir, dass SieMatic künftig einen chinesischen Mehrheitseigener hat. Dass solche Deals mit chinesischen Unternehmen und Investoren gut funktionieren, zeigt in der Branche seit 2014 der chinesische Boloni-Konzern, der die RWK Kuhlmann-Einbauküchen aus der Insolvenz übernommen hat. Nach einem schleppenden Anlauf, vor allem weil der deutsche Handel RWK Kuhlmann mit äußerster Zurückhaltung begegnet war, geht es dort beständig aufwärts. Boloni lässt dem deutschen Unternehmen weitgehend freie Hand.

Dass für einen chinesischen Investor die Marke Alno interessant ist, liegt durchaus auf der Hand. Denn „Made in Germany“, das konnten einige Vertreter der deutschen Küchenbranche gerade auf der LivingKitchen China erleben, hat in China einen sehr hohen Stellenwert. Wobei allerdings nicht nur „Made in Germany“ draufstehen, sondern auch drinstecken soll.

Dass die Chinesen aber ganz genau hinschauen und nicht alles kaufen, nur weil es vielleicht einen klingenden deutschen Namen hat, wurde beispielsweise bei der Nieburg-Pleite deutlich. Hier sind die Gespräche mit den chinesischen Investoren geplatzt. Hier stand wohl die Inhaberfamilie Fortmeier im Weg, die noch im Besitz der Maschinen und Immobilie war.

Spannende Entwicklungen stehen uns 2018 im Jahr des Hundes bevor, ich hoffe nur, dass uns die Entwicklungen nicht überrollen.

Ihre Stefanie Willach

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