Nachdenkliche Frau mit Brille und gemustertem Schal sitzt in einem Innenraum und blickt leicht zur Seite

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Diese Materialknappheit und vor allem die Verteuerung der Zuliefermaterialien machen derzeit den meisten Unternehmen zu schaffen. Nun gibt es aber auch Unternehmen, die im großen Stile vorgesorgt und sich mit reichlich Vorräten eingedeckt haben. Dies als unsolidarisch gegenüber dem Wettbewerb zu werten, geht dennoch zu weit. Außer den per Gesetz oder Tarifvertrag erzwungenen „Solidaritäten“ fallen mir per se nicht viele funktionierende „Solidaritäten“ unter Wettbewerbern ein, zumal diesen auch kartellrechtlich ohnehin sehr enge Grenzen gesetzt sind. Wenn Unternehmen in der Krise Vorsorge in bestimmten Bereichen betrieben haben, dann doch wohl mit dem generellen Ziel, die Lieferfähigkeit gegenüber den eigenen Kunden und Partnern bestmöglich sicherstellen zu können. Ich persönlich empfinde diese Form der Solidarität gegenüber Partnern und Kunden als erheblich logischer und natürlicher, als eine wie auch immer argumentierte gemeinsame Zurückhaltung im Beschaffungsmarkt, die auch mangels Instrumentarien ohnehin kaum funktionieren wird. Auch würde eine solche Solidarität meines Erachtens am Ende sogar schädlich sein, immerhin steht die Küchenmöbelindustrie im Bereich Spanplatten, Beschlägen, Kunststoffe usw. ja auch im Beschaffungswettbewerb zu zahlreichen anderen, vielfach größeren und einflussreicheren Branchen.

Doch zurück zum aktuellen Heft, die Online-Messen interzum @home und kuechenwohntrends.at haben ehrlicherweise meine Sehnsucht nach realen Messen, Treffen und Verbandstagungen verstärkt. Die Präsentation der interzum @home hatte nach meine Einschätzung noch deutlich Luft nach oben. Die Ausstellungen der einzelnen Unternehmen stand in Abhängigkeit zur Investitionsbereitschaft für den Auftritt im weltweiten Web. International waren die Besuche auf den Websites von Blum, Häfele, Hettich, Kesseböhmer, Schüco und Vauth Sagel wohl hervorragend, aber nicht durch die interzum @home initiiert.

Während ich diese Zeilen schreibe, trudelt mir gerade die Absage der IFA 2021 auf den Tisch, Miele und Electrolux hatten sich bereits im Vorfeld gegen die Messe committed. Mit der offiziellen Absage folgt auch das Statement der BSH, die der Entscheidung der Messe Berlin und der gfu folgt, die IFA aufgrund der anhaltenden pandemiebedingten Einschränkungen abzusagen. Wieder eine Veranstaltung im September weniger. Während sich also die eine Türe schließt, könnte sich für die Messe Köln nun eine Türe öffnen. Es findet Anfang 2022 zwar keine LivingKitchen statt, aber auf der imm cologne gibt es für die Hausgeräteindustrie immerhin die Möglichkeit, im Rahmen Themenwelt „Connect“ in Pure Architects auszustellen.

In diesen herausfordernden Zeiten lernen wir alle täglich dazu, drückende Ungeduld, Sehnsucht nach gemeinsamem Handeln und den alten Freiheiten prägen das tägliche Miteinander. Halten Sie durch, bleiben Sie gesund – wenn es im Herbst keine IFA geben wird, in Ostwestfalen, Salzburg und im Januar 2022 in Köln sehen wir uns bestimmt wieder,

Ihre Stefanie Willach

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