Hettich-Geschäftsführer Michael Lehmkuhl (Mitte) führte die VdDK-Vorstandsmitglieder durch die neue, hochautomatisierte Fertigung von Schubkastensystemen in Bünde. (Fotos: VdDK)

VdDK fordert politische Impulse für mehr Wohnungsbau

Angesichts hoher privater Sparguthaben in Deutschland sieht der Verband insbesondere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten beim Immobilienerwerb und bei der Ersteinrichtung sowie eine Absenkung der Grunderwerbsteuer als geeignete Hebel, um privates Kapital stärker zu aktivieren und damit auch die Nachfrage nach Einbauküchen zu stimulieren. Neben der schwachen Neubautätigkeit belasten weitere Faktoren die Branche. Laut VdDK-Geschäftsführer Jan Kurth hat sich das Konsumklima im Mai infolge geopolitischer Spannungen rund um den Iran-Konflikt erneut eingetrübt. Gleichzeitig verstärken steigende Energiepreise den Kostendruck durch verteuerte Vorprodukte. Zusätzliche Unsicherheiten ergeben sich aus handelspolitischen Spannungen und der aktuellen US-Zollpolitik, die internationale Lieferketten verändern. Darauf verwiesen auch Vertreterinnen von Allianz SE und Allianz Trade in einem Gastbeitrag während der Sitzung.

Die amtliche Statistik zeigt für 2025 mit rund 5,6 Milliarden Euro Umsatz nahezu ein stabiles Niveau (minus 0,4 Prozent). Der starke Jahresauftakt 2026 mit einem Umsatzplus von 21 Prozent im Januar ist nach Einschätzung des Verbandes vor allem statistischen Effekten geschuldet. Im Februar lag das Wachstum bei lediglich 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Trotz einer zuletzt stabileren Entwicklung sieht der Verband weiterhin erhebliche Risiken durch konjunkturelle Schwäche, Preissteigerungen und geopolitische Unsicherheiten. Der VdDK erneuerte daher seinen Appell an die Politik, den Wohnungsbau gezielt zu stärken – auch als wichtigen Impulsgeber für die Küchenmöbelindustrie.