(c) Interieur Verlag

Küchen-News

küchennews - aktuelle Infos der Küchen-, Zubehör- und Hausgerätebranche. News für Insider. mehr…

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Sie wissen, dass ich garantiert nicht zu den Miesepetern und Schlechtwetter-Beschwörern der Branche gehöre. Aber letztes Wochenende machte sich bei mir eine gewisse Enttäuschung breit. Wir alle spüren, dass die Frequenz wieder überschaubar, das Geschäft wieder ruhiger wird.

Die Menschen scheinen andere Dinge als Küchen und vor allem Möbel zu konsumieren. Selbst die bislang immer hochgelobten Küchenspezialisten haben laut GFK im ersten Halbjahr 2018 schlechter abgeschnitten als der Markt. Und dann kommt da noch der Tag der Küche im Schlaftablettenformat daher.

Ruhig gemäßigt, möglichst ohne viel Tamtam findet das Branchenevent des Jahres statt und ich muss an den alten Sponti-Spruch „Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ denken. Ja, Sie lesen richtig, die Branche hat in großen Teilen die Wertschätzung für den „Tag der Küche“ verloren. Die Zahl der Unterstützer aus der Industrie geht beständig und leise zurück und die Zahl der Teilnehmer im Handel dümpelt auch auf einem nicht überwältigenden Niveau vor sich hin. Für den Tag der Küche bedarf es einer neuen Initiative, neuer Überschriften und ja, Sie lesen richtig, es bedarf weiterer finanzieller Unterstützung, um neue Projekte anzustoßen.

Denn das ist durchaus spürbar, es sind immer dieselben, die Kraft und finanzielle Mittel in das Event pumpen. Man muss Unternehmen wie Kesseböhmer und Hettich schon besonders herausheben, die zusätzlich zu ihrem normalen Engagement noch eigene Unterstützung für den Handel anbieten.

 

Und noch einmal, wir alle können auf höchsten Niveau jammern, können Kampagnen im Netz und sonst wo in den sozialen Netzwerken starten, die Küche wird nach wie vor im Fachhandel verkauft. Der Fachhandel als Kontakt- und Nahtstelle zum Kunden braucht unsere Unterstützung und manchmal auch den Anstoß seiner Industriepartner, seiner Medien – ja, küchennews und

Küchenhandel hätten auch intensiver über den Tag der Küche berichten können – um aus dem Alltagstrott heraus Dinge anzugehen. Der Tag der Küche gehört als einmalige Plattform dazu.

 

Die Branche muss sich beim Thema Branchenwerbung zusammenraufen, um gemeinsam die „Küche“ als das Investitionsgut Nummer eins zu positionieren. Jetzt haben wir die Chance dazu, denn der Stellenwert des stärksten Wettbewerbers „Auto“ sinkt nicht zuletzt wegen des unseriösen, manche meinen gar kriminellen Verhaltens der Autoindustrie in der Dieselaffäre und einer Umorientierung der Nutzer. Und dem zweiten Wettbewerber der Branche, der Urlaubsreise, steht auch einiges entgegen, denn Küchenfreuden halten einfach länger als Urlaubsfreuden.

Lassen Sie uns alle gerade vor dem Hintergrund sinkender Nachfrage und steigender Kapazitäten noch einmal über unser gemeinsames Handeln nachdenken. Schon im Januar steht mit der LivingKitchen die nächste Bewährungsprobe für die Branche an.

Stefanie Willach

Schreiben Sie mir Ihre Meinung: willach@interieur-verlag.de




Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare hinterlegt.



×