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Küchen-News

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Wer wuppt die Krise am besten? Diese Frage treibt derzeit die komplette Küchenindustrie mit allen Markt-segmenten um. Wer wuppt die Krise am besten? Vielleicht Nobilia, die der-zeit mit Lieferzeiten von 3–4 Wochen ihre Pole-Position ausbauen können, die den Handel mit einem Verzicht auf Preiserhöhungen locken, wenn der Umsatz von 2019 wieder erreicht wird.

Die mittelständischen Küchenbauer Ballerina, Beckermann, KH System, Rotpunkt, Sachsenküchen und Pronorm, die nicht nur scheinbar sehr ruhig und solide durch die Krise rudern. Oder sind es diejenigen Unternehmen, die gerade niemand auf dem Zettel hat, weil sie weder in guten noch in schlechten Zeiten hohen Mitteilungsbedarf haben. Da ich überzeugt bin, dass die Corona-Krise noch längst nicht beendet ist, kann ich nur sagen, abgerechnet wird zum Schluss. Dann wird sich auch zeigen, ob die Corona-Krise in Sachen Globalisierung einen Umkehrtrend auslösen wird. Einen Umkehrtrend zu mehr Produktion in Deutschland (vielleicht erklärt sich so auch der derzeitige Erfolg der Küchenmöbelindustrie), zu nationalem und regionalem Denken und Wirtschaften. Wobei dies natürlich nicht heißen soll, dass wir uns demnächst nur noch auf Deutschland und Europa konzentrieren sollen und können. Fertigungsstätten in aller Welt sind besonders für die Hausgeräteindustrie als großer internationaler Player unverzichtbar.

Nach den offiziellen Absagen von House4Kitchen, Blanco und Miele sehen wir die Hausmessen in getrübten Licht. Die Messe wird zwar stattfinden, aber mit deutlich gebremstem Schaum, mit weniger Neuheiten und weniger Besuchern, aber ohne großartige Bewirtung und sonstigem Halligalli. Ich bin überzeugt, dass zumindest die Einkaufskooperationen im Herbst vor Ort sein und sich informieren werden, aber auch hier bin ich der festen Überzeugung, dass nicht über Preiserhöhungen, sondern viel eher über Preissenkungen gesprochen wird. Auch hier wird die Corona-Krise deutliche Auswirkungen zeigen.

In der vergangenen Woche bin ich für unsere Schwesterzeitschrift KÜCHENhandel in Herford bei Poggenpohl zu Gast gewesen und habe mich mit dem Geschäftsführer Gernot Mang, Vincent Kuiper (International Sales Support), Günther Brechtenbreiter (Direktor Marketing), Stefan Schneider (Technischer Leiter) und Insolvenzverwalter Manuel Sack über die Zukunft der Marke unterhalten. Erfreuliche Nachrichten hatten die Manager jedenfalls, über 40 Investoren aus dem In- und Ausland, aus der Branche und jenseits der Branche interessieren sich für die Marke und Produktion. Wobei in Herford Überraschung herrschte, dass mit Red Star Macalline (das für den Herbst 2019 geplante Joint Venture war nicht zustande gekommen) und der Inhaberfamilie der Schröter Zeitfracht KG zwei potenzielle Investoren öffentlich genannt wurden, dies sei dem Verkaufsprozess keinesfalls zuträglich gewesen, da die übrigen Investoren durch eine solche Öffentlichkeit durchaus verschreckt sein könnten. Aber bis Mitte Juni soll eine Lösung für Poggenpohl gefunden werden. Der Optimismus der am Gespräch Beteiligten war jedenfalls deutlich zu spüren. Eine vitale Zukunft für Poggenpohl soll kein Wunschdenken bleiben, schließlich kann man sich im Insolvenzverfahren auch von einer Menge Altlasten befreien.

Ihre Stefanie Willach

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