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Küchen-News

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Liebe Leser:innen,

mittlerweile stehen die internationalen Messen stärker denn je auf dem Prüfstand. Die Internationale Funkausstellung in Berlin meldete eine Auslastung von 80 Prozent, eine Messe, für die es in der Vergangenheit lange, lange Wartelisten gab. Große Konsumgütermessen wie die Frankfurter Ambiente müssen ebenfalls um ihren Platz im Messekalender kämpfen. Da wundert es nicht, dass die Kölner Messegesellschaft in Person von IMM-Messechef Matthias Pollmann signalisiert, dass man über den Termin von imm cologne und LivingKitchen diskutieren kann.

Eine Diskussion, die bislang in Köln mit dem Hinweis auf Terminnot mehr als verpönt war. Ganz ehrlich, ich frage mich, ob ein neuer Termin im Juni oder im Herbst die Veranstaltung noch retten kann. Aus meiner Sicht fehlen prominente Fürsprecher wie der verstorbene BVDM-Präsident Hans Strothoff, der viel für die Kölner Veranstaltung bewegt und gekämpft hat. In der Küchenmöbelindustrie sehe ich nur bei wenigen Herstellern ein klares Commitment für Köln, während sich der deutsche Fachhandel ohnehin mit der Küchenmeile A30 bestens versorgt sieht.

Doch die aktuelle Lage, angefangen bei der unbewältigten Corona-Pandemie über den Ukraine-Krieg bis hin zu den aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen, die natürlich durch den Ukraine-Krieg geprägt werden, beispielsweise die unkalkulierbaren Energiepreise und mögliche Probleme bei der Energieversorgung überhaupt, verändern gerade nachhaltig nicht nur das Konsumentenverhalten. Gerade internationale Messen könnten aufgrund ihrer Kostenstruktur nun Opfer eines Sparzwanges werden. Auch die IFA in Berlin muss nach den Diskussionen im Vorfeld der Veranstaltung und dem geplanten Veranstalterwechsel durch die gfu von Messe Berlin hin zu Clarion Events ein Erfolg werden, sonst stehen hier ähnliche Diskussionen an wie in Köln.

Beim Thema Messe findet derzeit ein Umdenken statt. Regionale Messen wie die Küchenmeile A30, die Küchenwohntrends in Österreich, aber auch nationale Messen in Frankreich, Spanien und Großbritannien haben deutlich mehr Zulauf. Messeveranstalter Trendfairs meldet für den Herbst, dass die „elfte area30 alle bisherigen Veranstaltungen übertrifft“, die Ausstellungsfläche um 20 Prozent auf über 12.000 Quadratmeter steigt. „Entsprechend hoch wird der Zuspruch der Fachbesucher aus Nah und Fern werden – trotz Fortdauer der Corona-Pandemie rechnen Aussteller und Veranstalter mit dem Übersteigen alter Bestmarken seitens der deutschen und internationalen Messegäste.“ Regionale Messen liegen derzeit im Trend, sind schnell zu erreichen, haben eine überschaubare Kostenstruktur, das dürfte auf der Habenseite wirklich gut zu Buche schlagen.

Bleibt nur noch die Frage, warum die Eurocucina und der Salone aus dem Raster fallen, die Möbelwelt beseelt nach Mailand fährt. Ich glaube es ist nicht nur der Frühling in Mailand, es ist die Anziehungskraft der italienischen Metropole, die nicht nur während des Salone Design lebt. Es ist das Gesamtpaket, das Mailand so attraktiv macht. Köln muss jetzt noch einmal richtig Gas geben, um für die imm cologne und die LivingKitchen zu kämpfen; ich jedenfalls drücke den beiden Verantwortlichen Matthias Pollmann und Bernd Sanden die Daumen, dass sie es schaffen, die Branche wieder für Köln ins Boot zu holen.

Noch vor den Herbstmessen soll die Entscheidung fallen, wie und wann es in Köln weitergeht,

bis dahin wünsche ich Ihnen noch einen schönen Sommer,

Ihre Stefanie Willach 

Schreiben Sie mir Ihre Meinung: willach@interieur-verlag.de




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